Zillertaler Ölträger

Im Zillertal bestand bereits 200 Jahre vor Gründung einer pharmazeutischen Fabrik in Tirol eine Großerzeugung von Volksheilmitteln.

1685 erhält der der ehemalige Feldarzt des Erzbischofs von Salzburg, Peter Schragl, wohnhaft in Kaltenbach/Zillertal, ein landesfürstliches Patent, Arzneimittel zu erzeugen. Er erzeugt aus einheimischen Pflanzen Tinkturen, Mithridat und Arzneiöle.

Seine Waren fanden reißenden  Absatz, und schon einige Jahre später bewarben sich auch Bauern um die Erlaubnis der Arzneimittelerzeugung. Sie lernten bei Schragl die Destillierkunst und legten anschließend eine Prüfung ab. Solche „Arzneimittelfabrikanten“ oder, wie sie beim Volk hießen, „Ölverleger“ waren in Ried, Zell, Uderns, Fügen und Schlitters beheimatet.

Die Arzneien wurden in einer sogenannten Öltruhe, einem viereckigen Holzkasten, der auf dem Rücken getragen wurde, von den Erzeugern den Bauern angeboten. Mit der Zeit stellten die Ölverleger eigene Ölträger an, die das ganze Jahr mit den Arzneiwaren in allen Kronländern unterwegs waren.