Meningokokken-Erkrankungen und Bexsero

Meningokokken-Erkrankungen sind selten, aber schwerwiegend. In Österreich traten in den letzten Jahren etwa 20-30 invasive Fälle pro Jahr auf1. Trotz bester medizinischer Versorgung stirbt auch in Österreich jeder 10. an der Erkrankung und viele leiden an Folgeschäden. Fünf verschiedene Serogruppen können Meningokokken-Erkrankungen auslösen; die meisten davon werden durch die Serogruppe B verursacht2.

Das höchste Erkrankungsrisiko haben Säuglinge und Kleinkinder. Hier ist die Impfung gegen MenB mit dem Impfstoff Bexsero durch Kinderärzte schon gut etabliert. Bei Säuglingen ist in den letzten Jahren ein Rückgang der Erkrankungen zu beobachten1.

Ein rezenter Fall einer Meningokokken-Erkrankung St. Veit (Kärnten)3 weist auf eine weitere Risikogruppe hin – Jugendliche. Neben Säuglingen und Kleinkindern haben Jugendliche ein höheres Erkrankungsrisiko. Auch hier kann die Erkrankung schwerwiegende Folgen haben1:

„Ich war Leistungssportler, mitten im Leben, plötzlich war ich innerhalb von 24 Stunden ein Pflegefall, musste wieder essen, schreiben und lesen lernen“, erzählt Hannes, welcher mit 18 an Meningokokken der Serogruppe B erkrankte.

Neben der intensivmedizinischen Behandlung des Erkrankten ist in derartigen Fällen auch der Schutz der Kontaktpersonen wichtig2. In Kärnten wurden beispielsweise an 45 Personen Antibiotika verteilt3.

Vorbeugen kann man mit den entsprechenden Impfungen. Die Impfung gegen die Serogruppen A, C, W und Y ist im kostenfreien Impfprogramm enthalten2, die ebenso empfohlene Impfung gegen Meningokokken B ist noch nicht2. Für die Altersgruppe ab 10 Jahren sind zwei Meningokokken-B-Impfstoffe zugelassen, wobei Bexsero mit 2 Impfungen im Abstand von 1 Monat geimpft werden kann4 und somit einen schnellen und flexiblen Abschluss der Impfserie ermöglicht.

Referenzen:

  1. Nationale Referenzzentrale für Meningokokken, Jahresbericht 2018: https://www.ages.at/download/0/0/c45528c36848ad54f61d4c38e5af54b47a2480b4/fileadmin/AGES2015/Themen/Krankheitserreger_Dateien/Meningokokken/nationale_referenzzentrale_fuer_meningokokken_jahresbericht_2018_final.pdf

Zu Bexsero:

Fachkurzinformation:

Bexsero Injektionssuspension in einer Fertigspritze; Impfstoff gegen Meningokokken der Gruppe B (rDNA, Komponenten, adsorbiert); Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Eine Dosis (0,5 ml) enthält: Rekombinantes NHBA‑Fusionsprotein von Neisseria meningitidis der Gruppe B 1, 2, 3 50 Mikrogramm; Rekombinantes NadA‑Protein von Neisseria meningitidis der Gruppe B 1, 2, 3 50 Mikrogramm; Rekombinantes fHbp‑Fusionsprotein von Neisseria meningitidis der Gruppe B 1, 2, 3 50 Mikrogramm; Vesikel der äußeren Membran (Outer Membrane Vesicle, OMV) von Neisseria meningitidis der Gruppe B Stamm NZ98/254, gemessen als Menge des Gesamtproteins mit PorA P1.4 2 25 Mikrogramm; 1in E. coli‑Zellen mittels rekombinanter DNA‑Technologie hergestellt; an Aluminiumhydroxid (0,5 mg Al3+) adsorbiert; NHBA (Neisseria‑Heparin‑bindendes Antigen), NadA (Neisseria‑Adhäsin A), fHbp (Faktor‑H‑bindendes Protein). Sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Histidin, Saccharose, Wasser für Injektionszwecke; Pharmakotherapeutische Gruppe: Meningokokken Impfstoffe, ATC-Code: J07AH09. Anwendungsgebiete: Bexsero ist indiziert für die aktive Immunisierung von Personen im Alter ab 2 Monaten und älter gegen invasive Meningokokken-Erkrankungen durch Neisseria meningitidis der Gruppe B. Bei der Impfentscheidung sollten die Auswirkungen invasiver Erkrankungen in den verschiedenen Altersgruppen sowie die Variabilität der Antigenepidemiologie bei Stämmen der Gruppe B in verschiedenen geographischen Regionen berücksichtigt werden. Informationen zum Schutz vor bestimmten Stämmen der Gruppe B, siehe Fachinformation Abschnitt 5.1. Die Anwendung dieses Impfstoffes sollte in Übereinstimmung mit den offiziellen Empfehlungen erfolgen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 der Fachinformation genannten sonstigen Bestandteile. Inhaber der Zulassung: GSK Vaccines S.r.l., Via Fiorentina 1, 53100 Siena, Italien. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Zulassungsnummer: EU/1/12/812/001- EU/1/12/812/004. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation

Weitere Informationsquellen:

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen Arzneimittel-Agentur  http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.

Stand der Fachkurzinformation: 06.2018

Auswahl klinisch relevanter Sicherheitsinformationen zu  Bexsero® Injektionssuspension in einer Fertigspritze

  • Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der genannten sonstigen Bestandteile.
  • Warnhinweise: Nicht intravaskulär, subkutan oder intradermal verabreichen.
  • Nebenwirkungen: Säuglinge und Kinder (bis 10 Jahre): Diarrhö, Essstörungen, Schläfrigkeit, Fieber (≥ 38° C), Reaktionen an der Injektionsstelle, Reizbarkeit. Jugendliche (ab 11 Jahre) und Erwachsene: Kopfschmerz, Übelkeit, Reaktionen an der Injektionsstelle, Myalgie, Arthralgie.
  • Für eine vollständige Auflistung der Gegenanzeigen, Warnhinweise und Nebenwirkungen siehe Fachinformation.
  • Jeder Verdacht auf eine unerwünschte Wirkung, die bei einem Patienten auftritt, ist dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen/ Medizinmarktaufsicht in Übereinstimmung mit dem nationalen Erfassungssystem für Spontanberichte zu melden. Gerne steht Ihnen auch für die Erfassung dieser Informationen unsere Pharmakovigilanzabteilung unter 01 / 970 75 – 0 oder schriftlich unter arzneimittelsicherheit@gsk.com zur Verfügung.

Dosierung und Art der Anwendung: Bei Säuglingen ab dem vollendeten 2.-5. Lebensmonat werden zur Grundimmunisierung 3 Dosen zu je 0,5 ml mit einem Abstand von mindestens 1 Monat gegeben, bei Säuglingen ab dem vollendeten 3.-5. Lebensmonat 2 Dosen zu je 0,5 ml mit einem Abstand von 2 Monaten gegeben. Die Auffrischungsimpfung erfolgt in beiden Fällen mit einem Abstand von mindestens 6 Monaten zur abgeschlossenen Grundimmunisierung. Säuglinge ab dem vollendeten 6.-11. Lebensmonat erhalten 2 Dosen zu je 0,5ml in einem Abstand von mindestens 2 Monaten und eine Auffrischungsimpfung mit einem Abstand von mindestens 2 Monaten nach der Grundimmunisierung im 2. Lebensjahr. Die Dosierung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entnehmen Sie bitte der Fachinformation. Der Impfstoff ist tief intramuskulär zu injizieren, bei Säuglingen vorzugsweise in den anterolateralen Bereich des Oberschenkels, bei älteren Personen in den Deltamuskel des Oberarms. Werden mehrere Impfstoffe gleichzeitig verabreicht, sind jeweils separate Injektionsstellen zu wählen. Der Impfstoff darf nicht intravenös, subkutan oder intradermal verabreicht werden, und er darf nicht mit anderen Impfstoffen in derselben Spritze gemischt werden. Zu Hinweisen bezüglich der Impfschemata und zur Handhabung des Impfstoffes vor der Anwendung siehe Fachinformation.

Quelle: www.gsk.com

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